Seit Jahrzehnten ist die Heidelberger Druckmaschinen AG ein Trendsetter in der Drucktechnik. Wie jedes dynamische Unternehmen musste sich Heidelberg jedoch an sich ändernde Marktrealitäten anpassen. Anfang der 1990er Jahre wurde beschlossen, die Produktion der T-Offset Blechoffsetpresse einzustellen und sie durch ein moderneres und vielseitigeres Modell, das Quickmaster QM 46, zu ersetzen.

T-Offset war einer der ersten Versuche, den Offsetdruck in Banken und Kopierläden einzuführen, wo einfacher kommerzieller Druck erforderlich war.

Gründe für die Einstellung des T-Offset

Obwohl der T-Offset eine zuverlässige und kompakte Maschine war, basierte er auf veralteten Designkonzepten. Es handelte sich um eine einfarbige Offsetmaschine mit einem vereinfachten Zuführsystem und einer primitiven Tinteneinheit, die eher für einfache Druckaufgaben konzipiert war. Zu diesem Zeitpunkt forderten die Kunden mehr: kurze Serien, hohe Qualität, Farbdrucke und schnelle Bearbeitung. Darüber hinaus spielte die Weiterentwicklung von Heidelbergs Ansatz für Mini-Druckereien eine wichtige Rolle. Dies führte zur Idee der ‚Quick Print Shop‘ – einer kleinen, modernen Druckerei, die eine CTP-Lösung für die Plattenherstellung, eine Quickmaster-Druckmaschine und eine Polar 66-Schneidemaschine umfasst. All dies konnte in weniger als 50 m² untergebracht werden.

Der Hauptunterschied zwischen dem Quickmaster QM 46 und seinem Vorgänger ist sein hoher Automatisierungsgrad. Ein automatisches Platteneinstellungssystem (anstelle optionaler Tabletts für T-Offset) wurde serienmäßig hinzugefügt. Der Offset-Zylinder ist mit einem automatisch angeschlossenen Schnellwaschgerät ausgestattet. Um darauf zuzugreifen und die gebrauchten Chemikalien abzulassen, musste man nur die Seitenabdeckung öffnen und das Waschmodul zu sich ziehen.
Das Papier ließ sich dank des sehr bequemen Zugangs leicht in die Maschine einladen. Eine neue, sehr einfache und moderne Steuerungskonsole wurde eingeführt. Insgesamt sah die Maschine modern und attraktiv aus und war wirklich angenehm zu arbeiten.

Demonstration des neuen Konzepts

Um die Idee der Quick Print Shop zu fördern, organisierte Heidelberg eine ungewöhnliche Marketingkampagne: Die Ausrüstung wurde in einem speziellen Demonstrationsbus installiert und direkt zum Kunden gefahren. Diese Lösung wurde vor vielen Jahren von Hubert Sternberg entwickelt, damit die Druckmaschine auch an schwer zugänglichen Orten mit herkömmlichen Mitteln gezeigt werden konnte, und wurde in verschiedenen Ländern demonstriert. Der Bus wurde in den 1990er Jahren nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch in der Ukraine, Belarus, Kasachstan und Russland aktiv eingesetzt. Dieses Format ermöglichte potenziellen Kunden zu sehen, wie alle Geräte auch unter mobilen oder beengten Bedingungen effektiv funktionieren konnten.

Über die Geschichte der Demonstrationsbusse im Druck können Sie unter dem Link nachlesen.

Die Quickmaster 46-Maschine verwendete nicht nur Standard-Offsetplatten, sondern konnte auch mit Papier- und Polyesterplatten arbeiten. Die kurze 12-Roller-Tinteneinheit war fortschrittlicher als die des T-Offset, aber dennoch in Bezug auf die Einstellgenauigkeit eingeschränkt. Ein automatisches Offset-Deckenwaschgerät war Standardausstattung. Die Zweifarbversion verfügte über sequentiellen Druck, was eine einfache Zweifarbproduktion in einem einzigen Durchgang ermöglichte. Formate bis zu 34×46 cm wurden mit schmaler Blattzuführung unterstützt, was die Maschine für kleine Druckereien, die Formulare, Visitenkarten und Flugblätter herstellten, attraktiv machte.

 

Bau der Heidelberg Quickmaster QM 46

Der Heidelberg Quickmaster QM 46 wurde in zwei Versionen veröffentlicht: einfarbig (QM 46-1) und zweifarbig (QM 46-2). Die Maschine war kompakt, mit einem geraden Blechzufuhr und einem kurzen Papierweg durch den Druckzylinder.

Die zweifarbige Maschine hatte ein ungewöhnliches Design: Die beiden Formzylinder konnten längs zueinander verschoben werden. Sie hatten einen gemeinsamen Offsetzylinder, bei dem zwei Tinten gleichzeitig kombiniert wurden. Der Druckzylinder konnte zudem in Länge und Breite relativ zum Offsetzylinder verschoben werden. In der Vor-Digital-Ära bot dies gute Möglichkeiten, das Bild an beliebigen Teilen des gedruckten Blattes zu platzieren.

1 – Heidelberg Autoplate mit integriertem Registersystem für beide Druckeinheiten

2 – Tintenfontäne mit Stahlwalze. Ab 2000 – mit lasergeschlitzten Tintenblättern

3 – Automatisches Decken-Waschgerät

4 – Nummerierung, Prägung und längs Perforation in einem Durchgang

5 – Gleichmäßiger Ausgang zur Lieferung, mit sensorgesteuerter Pfahlsenkung und Ventilatoren

6 – Farb- und Dämpfungssysteme mit Walzenspülsystem für die zweite Druckeinheit (optional)

7 – Einfaches Registrierungssystem

8 – Träger-auf-Träger-Lauf- und Spiralzahnräder für lange Lebensdauer und dauerhaft erstklassige Qualität

9 – Elektronische Überwachung der Blattbewegung

10 – Zentrale Blattgrößeneinstellung für Futterspender und Lieferung

11 – Stapeltisch für schnelles Laden von Stapeln in allen Formaten.

Es ist leicht zu erkennen, dass Heidelberg auf eine große Anzahl ungenutzter Optionen, die für den T-Offset entwickelt worden waren, verzichtet hat. Ihre Entwicklung und Produktion erforderten enorme Mengen an Geld und Mühe, doch die Praxis zeigte, dass die meisten davon unnötig waren. Die neue Maschine war von Anfang an so vielseitig und automatisiert wie möglich für jeden Kunden.

 

Nachteile des Quickmaster QM 46

Trotz ihres innovativen Ansatzes war der Quickmaster 46 eine ausgezeichnete Ergänzung für Hochgeschwindigkeitsdruckmaschinen. Sie wurde zu einer hochspezialisierten Maschine für den kommerziellen Druckmarkt. Das Design hatte absichtlich eine Reihe von Einschränkungen, die verhinderten, dass teurere Maschinen ersetzt wurden, und der Quickmaster daran hinderten, mit ihnen zu konkurrieren. Obwohl die Maschine zum Drucken von Formularen, Visitenkarten und anderen repräsentativen Produkten konzipiert war, benötigte sie dennoch Zeit und Papier zum Aufbau. Ein gewöhnlicher Angestellter konnte nicht die benötigte Anzahl an Exemplaren drucken – die Arbeit musste weiterhin von speziell ausgebildetem Personal erledigt werden.

Auf einer einzelnen Offsetplatte mussten die Farben perfekt ausgerichtet sein, sonst würden sie von einer Tinteneinheit zur nächsten übertragen und sich gegenseitig kontaminieren. Der primitive Push-Typ seitlicher Stopp gewährleistete beim zweiten Durchgang des Blattes keine hochwertige Registrierung. Es war unmöglich, vierfarbige Rastertonarbeiten zu drucken.

Außerdem traten in der Zweifarbversion Probleme mit der Tintenregistrierung beim Drucken auf dünnen Materialien mit höheren Geschwindigkeiten auf.

 

Neugestaltung

Im Jahr 2000 wurde das Modell leicht modifiziert. Die Designer haben schließlich die umständliche Schrauben-Tintenfontäne der Druckmaschine entfernt. Er wurde durch einen Hebelmechanismus ersetzt, und die Position der Tintenzonen konnte nun leicht angepasst und sogar auf Papier skizziert werden. Das Tintenmesser wurde effizienter und weniger anfällig für Abnutzung. Seine Oberfläche wurde durch einen Laser in Zonen unterteilt.

Die zweite wichtige Verbesserung war die Neugestaltung des Abwaschungsgeräts. In den ersten Generationen wurde die Oberfläche der Gummiwaschwalze leicht durch ungeeignete Chemikalien beschädigt. Sie schwoll an, und Drucker, die die Kosten einer neuen Walze kannten, weigerten sich, sie noch zu verwenden.

Schließlich wurden einige Teile der Selbstlade- und Abgabemechanismen aus Metall. Die alten Kunststoffzahnräder sind schnell auseinandergefallen. Daher empfehlen wir, wenn Sie den Quickmaster 46 wählen, auf die zweite Generation zu achten, die silberne Seitenabdeckungen statt lila hat.

 

Gründe für die Einstellung

Anfang der 2000er Jahre hatte sich die Marktsituation dramatisch verändert. Günstige digitale Kopierer und Drucker wie Xerox und Konica Minolta traten auf den Markt und konnten Farbauflagen mit minimaler Vorbereitung und Kosten drucken. Sie boten Geschwindigkeit, Einfachheit und niedrige Wartungskosten – genau das, was dem Quickmaster-Offsetdrucker fehlte. Infolgedessen stellte Heidelberg 2005 den Quickmaster QM 46 offiziell ein und konzentrierte sich auf die Entwicklung digitaler Technologien in Zusammenarbeit mit Ricoh sowie auf die Förderung mehr automatisierter Offsetlösungen in den Mittelklasse- und High-End-Segmenten.

 

Das Quickmaster-Vermächtnis

\Trotz seines kurzen Lebenszyklus spielte der Quickmaster QM 46 eine wichtige Rolle in der Übergangsphase zwischen klassischem Offset- und Digitaldruck. Es war ein wichtiger Versuch von Heidelberg, eine kompakte, vielseitige Maschine für den Kurzdruckdruck zu schaffen. Der Quickmaster 46 fand in vielen Druckereien seine Nische für den Druck einfacher Produkte, um die teure Zeit von Maschinen wie dem Speedmaster mit automatischem Plattenwechsel nicht in Anspruch zu nehmen.

So beendete die Aufgabe von T-Offset und dem Quickmaster QM 46 Heidelbergs Versuch, den Offsetdruck in Banken und Kopieläden einzuführen. Sie wurden durch Tonergeräte ersetzt, die in der Lage waren, hochwertige Abzüge aus einer einzigen Kopie herzustellen. Diese Maschinen waren ein logischer Schritt in der Geschichte eines Unternehmens, das sich bemühte, die Bedürfnisse einer neuen Kundengeneration und technischen Prozessen in einer Ära der schnellen Digitalisierung zu erfüllen.

Quickmaster QM 46-2 Technische Spezifikationen

 

Parameter Spezifikation
Druckverfahren Blattversatz (1 oder 2 Farben)
Maximale Blattgröße 460 × 340 mm (18,11 × 13,39 Zoll)
Min. Blattgröße 140 × 89 mm (5,51 × 3,50 Zoll)
Maximaler Druckbereich 453 × 330 mm (17,83 × 12,99 Zoll)
Plattenformat 505 × 340 mm; Dicke 0,15–0,2 mm
Seriendicke 0,04–0,30 mm
Höhe des Zuführhaufens 490 mm
Höhe des Lieferpaufens ca. 540 mm
Druckgeschwindigkeit Bis zu 10.000 Blätter pro Stunde
Tintensystem 12–13 Walzen (3 Formwalzen pro Einheit)
Dämpfungssystem Alkoholfreier Direktfilm (DDS)
Greifermarge 7 mm
Lärmpegel < 80 dB (DIN 45635)
Leistungsbedarf ~3 kW (240 V, 1 ph, 60 Hz, 16 A)
Abmessungen (L×W×H) 1.500 × 1.270 × 1.530 mm (59,1 × 50,0 × 60,2 Zoll)
Gewicht ≈ 1.030 kg (2.270 lb)
Produktionszeit 1995 – 2005
Pressinspection.com | Sergiusz Woropaj

Sergiusz Woropaj

More than 35 years of experience in offset sheetfed printing and marketing. After practising at printing companies, he received a higher education at the Moscow State University of Printing. He was directly involved in bringing to the CIS market such companies as Heidelberger Druckmaschinen Osteuropa (Austria), Boettcher (Germany), ROEPA (France), as well as a number of printing houses of different sizes and directions.